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21-04-10
Hoffest 2010

Am 7. August diesen Jahres feiert der Inselhof wieder Hoffest. Unter dem Motto "Tag der Paradeiser"s...

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23-01-10
Obstbaumschnittkurs 2010

Die Aussicht, sich in 4 Stunden die Grundlagen eines naturkonformen Pflegeverfahrens für Zier- und O...

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10-12-09
Neues Gewächshaus

Das neue Tomatengewächshaus ist da!!

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Blühende Landschaften im Osten hatte man uns vor der Wiedervereinigung versprochen. Bezogen auf den landschaftsprägenden Baumobstbestand hat sich die Lage seither dramatisch verschlechtert. Ein großer Teil der vom Gesetzgeber als „Geschützte Biotope“ eingestuften Streuobstwiesen und der an Wegen oder auf nicht befahrbarem Land gepflanzten Obstbäume wird in den nächsten zwanzig Jahren an Überalterung oder irreparablen Schäden zugrunde gehen.
Wie der Waldbau ist auch die Kultur von Baumobst ein generationenübergreifendes Vorhaben; Nutzung des Übernommenen, Weitergabe des Begonnenen.
Hochstämmige Obstbäume erbringen unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen normalerweise keinen ihre Pflege, Sanierung und Nachpflanzung rentierenden Geldertrag. Ihre Bewirtschaftung erfolgt meist nur, wenn entsprechende Fördergelder im Rahmen der Landschaftspflege zur Verfügung stehen.

Obstarten- und sortenspezifische Grundbegriffe beim Verbraucher
( der moderne Konsument kauft
z. B. „Pausenapfel rot bzw. grün“ im Supermarkt), produktionstechnische Kenntnisse und sachkundige Arbeitskraft gehen verloren.
Warum?

Die Produktion selbst erfolgt fast nur noch auf sehr schwachwüchsigen, damit dünger- und pflanzenschutzbedürftigen Zwergbäumen mit herabgesetzter Vitalität, konzentriert auf spezielle Gunstlagen. Entsprechend hoch sind Pflege- und Kapitalaufwand. Der vom Handel geforderte rasche Austausch der angebotenen Sorten, verbunden mit der ohnehin kurzen Lebenserwartung der Minibäume, machen Kenntnisse bzgl. Holzgesundheit und präventiver lebensverlängernder Maßnahmen bei der Schnittpflege überflüssig.
Kommerzieller – auch kontrolliert ökologischer – Tafelobstbau heute bedeutet radikale Einengung des Sortenspektrums bei ganzjähriger Verfügbarkeit infolge weltweiten Transports. Das Ganze nicht etwa aufgrund der Beliebtheit beim Verbraucher, sondern weil diese wenigen verbliebenen Sorten bei ansprechendem Äußeren die vom Großhandel erzwungenen Torturen von intensivem Anbau, Transport, Sortierung und Lagerung in „Gaszellen“ ( CA – controlled atmosphere bzw, ULO – ultra low oxygen ) ohne quantifizierbare Schäden ertragen. Neuzüchtungen berücksichtigen im Wesentlichen die aufgeführten Anforderungen, neben meist nur kurzfristig wirksamen Resistenzen. Immerhin hat es die Wissenschaft inzwischen geschafft, dass die resistenten Apfelneuzüchtungen über das geschmackliche Niveau von Rettichen oder Rüben hinausgehen.
Die Nutzung des Saftobstes ist allgemein auf den Stand der Wildbeuterei zurückgefallen, d.h., es wird aufgesammelt, was anfällt, ohne Rücksicht auf die von der Besonnung der Früchte abhängige Ausreife, die durch Schnittpflege stark verbessert werden kann, und mit ihr das Aroma.
Ein beträchtlicher Teil des bei uns in den Handel gelangenden Apfelsaftes besteht heute ohnehin aus rückverdünntem Konzentrat chinesischer Herkunft.

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War früher Obstanbau im ländlichen Raum, selbst in den Städten, eine Selbstverständlichkeit, so wundern sich heute viele, dass man auch solche Früchte essen kann, die nicht den Selbstbedienungstheken oder Kühltruhen des Einkaufszentrums entstammen.
Leider können weder einzelne Streuobstinitiativkreise noch vielfach plan- und perspektivlos durchgeführte Neuanpflanzungen im Zuge des Ausgleichs von Eingriffen in Natur und Landschaft diese Entwicklung stoppen, allenfalls punktuell verlangsamen.

Entgegen dem allgemeinen Trend weitet der Inselhof die Pflege der hochstämmigen Altbestände (sofern es die Substanz der Bäume noch hergibt), sowie Ergänzungs- und Neupflanzungen seit Jahren aus.
Da der Inselhof nicht dem Diktat des Massenmarktes unterliegt, ergeben sich aus der Vielfalt der kultivierten Arten und Sorten die unterschiedlichsten Vorteile für den Betrieb:

*Früchte
*Bäume als Bereicherung des Landschaftsbildes und Lebensraum zahlreicher Tiere. Ihre Funktion als Schattenspender für Weidevieh, sowie als Pumpe für Nährstoffe und Wasser aus tieferen Bodenschichten darf nicht unterschätzt werden.
*Die junge Rinde der Zweige, die beim Beschneiden anfallen, stellt für Schafe und Ziegen im Winter eine mineralstoffreiche und heiß begehrte Leckerei dar.
*Anderweitig nicht genutzte Früchte werten die Ration der Tiere auf der Weide und im Stall auf.

Das Spektrum der kultivierten Obstbäume umfasst neben Wildobst wie Marone, Speierling oder Mispel Edelsorten von Apfel, Birne, Kirsche und Zwetschge für Frischverzehr und Verarbeitung.
Alte und lokale Sorten, teilweise seit Jahrhunderten bewährt, stehen dabei im Vordergrund.
Sie gestatten die differenzierte Nutzung als Tafelobst, die Verarbeitung zu Trockenobst, Säften, Wein, Essig oder edlen Bränden, die Nutzung als Kompott oder Kuchenbelag. Jede hat dabei ihre besonderen Vorzüge. Aber eben nicht jede Sorte eignet sich optimal für jeden Verwendungszweck.

Die Bewahrung dieses kulturhistorischen und kulinarischen Reichtums ist fraglos eine wichtige und lohnende Aufgabe. Aber es ist unserer Auffassung nach nur die eine Seite der Medaille.
Bekanntlich hat auf dieser Erde nichts das ewige Leben. Die Natur kennt keinen Stillstand, und so werden, aller musealen Bemühungen zum Trotz, auch die oft vergleichsweise robusten alten Obstsorten eines Tages vor den sich ändernden Klimabedingungen und der unvermeidlichen genetischen Erosion kapitulieren müssen.

Arten- und Sortenvielfalt bedeutet für den Inselhof daher nicht nur Bewahrung des Alten, sondern auch Neuzüchtung für den naturnahen Anbau auf großen Bäumen. Von den Obstzuchtinstituten ist auf diesem Gebiet leider keinerlei Unterstützung zu erwarten.
Einige Apfelsämlinge wachsen ihrer ersten Fruchtung und damit Bewährungsprobe entgegen. Es wird sich dann zeigen, ob sie anbautechnisch und geschmacklich befriedigen.
Eine eitle Spielerei? Nicht unbedingt. Einige der noch heute den weltweiten Obstbau bestimmenden Sorten wie Goldparmäne, Golden Delicious, Granny Smith oder Williams Christbirne sind auf Höfen unbekannter Bauern als Zufallssämlinge entstanden.
Inzwischen sind wir dazu übergegangen, den größten Teil der benötigten Pflanzware durch Aussaat bzw. ab der Veredlung von robusten Sämlingsunterlagen selbst heranzuziehen.

Starkwüchsige Sämlingswurzeln – vergleichbar PS-starken Motoren mit genügend Leistungsreserve -, geeignete Sorten und ein den Ansprüchen der Bäume genügender Standort sind Vorbedingungen für weitgehende Selbstregulation der Bäume und minimalen Pflegeaufwand. Dieser beschränkt sich bei uns i.d.R. auf den Schnitt während der Vegetationsruhe. Muß überhaupt beschnitten werden?
Aus der Sicht der Bäume sicherlich nicht. Sie wissen schließlich am besten, wie sie unter den gegebenen Voraussetzungen zu wachsen haben. Aus der Sicht des Bewirtschafters durchaus, sofern er Ansprüche an Regelmäßigkeit des Ertrags, Größe und Güte der Frucht, sowie rationelle Bearbeitbarkeit der Bäume und des Umlandes stellt.

Es gilt daher, den schmalen Grat zu finden, wo der Schnitt den Bedürfnissen des Bewirtschafters dient, ohne dem Baum zu schaden. Zu schaden in dem Sinne, dass der Baum durch den Eingriff weniger Vorteile in Form von Wundsanierung, Licht- und Luftdurchlässigkeit (gleichbedeutend mit geringerem Krankheits- und Schädlingsdruck) oder Möglichkeit zur Verjüngung hat, als er durch die Verwundung unweigerlich geschädigt wird.
Im Idealfall profitieren also Baum und Schnitter gleichermaßen.
Ein Blick in Gärten und Obstanlagen dagegen offenbart, wie leicht die Schnittpflege der Gehölze in Gemetzel ausartet, bei dem alle Beteiligten Verlierer sind mit Ausnahme von chemischer Industrie, Baumschulen und Gartencentern.
Es geht freilich auch anders. Um 1930 wurde in der Schweiz ein Schnittsystem entwickelt – der Öschbergschnitt - , das die Bedürfnisse von Baum und Bewirtschafter gleichermaßen berücksichtigt. Der Öschbergschnitt stellt dabei aufgrund seiner klaren Systematik alle anderen bekannten Verfahren hinsichtlich Effizienz und Arbeitswirtschaft in den Schatten und ist bis heute die Grundlage der diesbezüglichen Fachberatung bei den Eidgenossen.

In seiner durch den schwäbischen Obstbaufachmann Helmut Palmer weiterentwickelten Form findet dieses naturkonforme Schnittsystem Anwendung auf dem Inselhof.

Unerschrockene und wetterfeste Interessenten haben die Möglichkeit, im Januar oder Februar jeden Jahres Grundlagen und Feinheiten des Verfahrens bei einem Schnittkurs auf unseren Flächen kennenzulernen. Näheres dazu unter Angebot.



* Apfelsaft
Direktsaft aus eigenen Früchten. Gepreßt, pasteurisiert und abgefüllt  im bag and box Systemhttp://www.saftmobil.de
- 5l Behälter zu 9,- €

* Obstbaumschnittkurs
Halbtägiger Lehrgang. Der Kurs findet jedes Jahr iam letzten Samstag im Januar bei jedem Wetter statt.
Referent: K. Winter vom Amt für den Ländlichen Raum / Eschwege.

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